Gemeindefreizeit in Israel 3.2.-11.2.2019

Reisetagebuch Israelfreizeit 3.-11.2.

Erstellt am 30.09.2019

Montag, 11. Februar

Abreisetag! Viel Verkehr ist auf den Straßen, als wir uns von Bethlehem nach Jafo aufmachen. Tel Aviv und Jafo sind praktisch zu einer Stadt verschmolzen und das säkulare Gegenstück zum religiösen Jerusalem. Leicht geschlaucht kommen wir endlich an. Wieder einmal haben wir innerhalb kürzester Zeit die Klimazone gewechselt, vom 9 Grad nasskalten Jerusalem ins 19 Grad mediterrane Jafo! Herrlich, noch einmal Sonne tanken! Die Altstadt ist schön herausgeputzt. Und noch ein letztes Eis am Hafen!

Im Flughafen läuft alles ohne Zwischenfälle. Inzwischen sind wir ja fast schon routiniert. Abschied von Nora und Hasan, die uns eine informative und sichere Reise ermöglicht haben.

Schade, dass es jetzt vorbei ist! Dankbar und reich an Erlebnissen steigen wir in Frankfurt aus dem Flugzeug. Wir merken, wie voll unsere „Festplatte“ ist. Mehr hätte sicherlich  nicht draufgepasst! Hoffentlich ist im Alltag Zeit, um sich zu erinnern und zu erzählen. Diese Reise hat unsere Sicht auf Vieles Verändert. Auf das Land, auf Jesus, auf die aktuelle Konfliktlage, auf die Religionen und Konfessionen und  auf unseren persönlichen Glauben.

Sonntag, 10. Februar 2019

Heute lerne ich viel über Toleranz.

1. Der hilfreiche unparteiische Dritte!

Z.B. auf dem Tempelberg. Ein halbwegs unparteiischer Dritter, nämlich Jordanien, hat hier die Landeshoheit. So klappt es besser zwischen Juden und Muslimen.

Z.B. in der Grabeskirche. Zahllose Kirchen teilen dieses Gebäude unter sich auf. Das geht nicht immer reibungslos. Deshalb verwaltet den Schlüssel eine muslimische Familie!

2. Toleranz ist in Stein gemeißelt, und zwar öfter als man denkt!

Z.B. prangt über dem Portal der Annenkirche am Teich Bethesda eine muslimische Inschrift. Die ist noch aus der Zeit, als sie mal in muslimischer Hand war. Weder hatten die Muslime Lust, die Kirche abzureißen,  noch die Christen, die Inschrift zu beseitigen.

Z.B. der Felsendom! Der ist nämlich mangels eigener Baumeister von einem Byzantiner (also Christen!) in Form einer achteckigen Basilika gebaut worden!

Ist doch schön, wenn man die Toleranz gerade hier so offensichtlich vor Augen hat – man muss nur hinschauen!

Der Tempelberg ist unser erster Programmpunkt heute. Nach dem Sicherheitscheck betreten wir dieses seit Jahrtausenden(!) heilige und oft umstrittene Gelände – als solches weltweit wohl einzigartig. Es gibt Regeln, an die man sich hier halten muss. Z.B. keine frommen Schriften mitnehmen (unsere Liederhefte müssen im Bus bleiben), sich nicht berühren, nicht beten etc. Aber wenn man sich daran hält, ist dieses Gelände ein beeindruckendes Erlebnis!

Am Teich Bethesda besuchen wir nicht nur die Annenkirche (die landesweit einzigartige Akustik müssen wir mit unserem Gesang natürlich gleich ausprobieren), sondern auch die Ruinen einer Zisterne. In der Andacht hören wir, wie Jesus hier einen Kranken von seiner Krankheit befreit – zuerst im Kopf und dann auch in den Beinen.

Weiter folgen wir der Via Dolorosa bis zur Grabeskirche. Zwischen Weihrauchgefäßen, Kerzen und Menschnmassen gehen die Orte der Kreuzigung und das Grab irgendwie komplett unter. Beim besten Willen – Jesus fühlte ich mich im Taubental näher als hier – oder? Die Frömmigkeit der Anderen zu sehen hat seinen Reiz. Klar, mir ist das fremd, aber wird in ihr nicht etwas aufbewahrt, was hier geschehen ist und auch meinem Glauben zugrunde liegt? Eindrücklich ist dann doch das Doppelgrab, in das ich von einer kleinen Seitenkapelle aus kriechen kann. Jesu Grab?

In der Mittagspause können wir uns selbst in der Altstadt etwas zu Essen besorgen. Man muss nur gut aufpassen, sich nicht zu verlaufen!

An der Klagemauer kommt dann noch das obligatorische Gruppenfoto. Dies ist ein Ort, an dem wir tatsächlich ohne Weiteres neben und gemeinsam mit den Juden beten können – und einige von uns tun das auch.

Leider lässt uns Doron Schneider buchstäblich im Regen stehen. Schade! Die Sichtweise eines messianischen Juden hätte ich interessant gefunden. Wir überbrücken die Zeit mit einkaufen und Kaffeetrinken.

Einen wirklich schönen Abschluss des Tages und der ganzen Freizeit bildet der Abendmahlsgottesdienst, den wir in der schönen Kapelle des Hauses feiern können. In der anschließenden Feedbackrunde wird mir deutlich, wie viele von uns innerlich in Bewegnung gebracht wurden durch dieses Land und unsere Reise. Ich bin dankbar für die gute Gemeinschaft über Gemeindegrenzen hinweg, die auch ein „klösterliches“ Gästehaus gut überstanden hat.

Samstag, 9. Februar

Nach den vielen Kirchen und Pflastertreten gestern gibt’s heute Abwechslung: Wüstentag! Kaum zu glauben, aber laut Vorhersage könnte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen! Am Ende stellt sich mal wieder heraus: Alle Sorgen waren unbegründet.

Wir beginnen mit der Siedlung der Essener in Qumran. Diese jüdische Gruppierung lebte hier um die Zeit Jesu und hatsich u.a. um die Bewahrung und Kopie der heiligen Schriften bemüht. Deutlich erkennbar sind die Mikwen (Bäder) und Zisternen. Als dann ca. 70 n. Chr. die Römer kamen, haben sie die Schriftrollen in Tonkrügen in Höhlen versteckt, wo sie sich bei dem trockenen Klima prima gehalten haben, bis ca. 1947 ein Hirtenjunge sie entdeckt hat. Erstaunlich war festzustellen, dass der alte Text z.B. des Buches Jesaja über Jahrhunderte abgeschrieben wurde, aber sich dabei fast nicht geändert hat!

70 n. Chr. – das war auch das entscheidende Datum für unseren  nächsten Stop, 45min weiter südlich am Toten Meer. Auf dem Felsen Massada, den ursprünglich Herodes zu einer Festung ausgebaut hat (incl. Badehaus mit Fußbodenheizung!) ziehen sich die letzten jüdischen Widerstandskämpfer mit ihren Familien zurück. Den Römern gelingt es zwar nicht, sie auszuhungern (gigantische Zisternen speichern genügend Wasser). Aber sie bauen eine Belagerungsrampe. Als sie die Festung stürmen, erwartet sie nur Totenstille. Die Eingeschlossenen haben durch Losen 10 Männer bestimmt, die die anderen getötet haben. Das schien ihnen besser, als den Römern in die Hände zu fallen… Widerstehen können – darum geht es dann auch in der Andacht über die Versuchung Jesu in der Wüste. Ein großer Teil der Gruppe wählt für den Rückweg nicht die Gondel, sondern geht zu Fuß. Das ist in 45 min gut zu schaffen und bietet hervorragende Aussichten und schmerzende Knie.

Nach dem Mittagessen geht es weiter ans Wasser. Ein Kibbuz bietet eine Badestelle. Wir kommen nicht ganz ohne Blessuren davon. An den Steinen und Salzkristallen kann man sich böse verletzen. Aber bei dem Wunderwasser müssten die Wunden bald verheilt sein. Das Schwimmen (besser „Treiben“) ist ein Spaß! Wie Luftmatratzen liegen wir auf dem Wasser. Man kann sogar den Gemeindebrief dabei lesen!

Der Bus fährt uns wieder hinauf nach Bethlehem. Nur ein paar unermüdliche Pilgerreisende lassen sich in Jerusalems Altstadt aussetzen, schlendern über den Bazar, beten an der Klagemauer, laufen über die Dächer der Stadt und finden ein wunderbares Restaurant. Aber irgendwann müssen auch diese Pilger ins Bett.

Freitag, 8. Februar

Yad Vashem – Name und Erinnerung (Jes 56,5)! Hier wird nicht nur Entsetzen und Grauen dokumentiert, sondern auch die Geschichte, die dazu geführt hat (und in manchen Zügen an den Aufstieg der AfD erinnert). Die Gaskammern im Modell, die Berichte derer, die eine Massenerschießung überlebten… Hier schäme ich mich, zu den Deutschen zu gehören. Wie sehen die israelisch-jüdischen Schulklassen diese Ausstellung? Wenn man durch den langen Tunnel der Ausstellung hindurch ist, genießt man eine schöne Aussicht auf das Land, in dem Juden in Frieden leben können. Alle inneren und äußeren Konflikte heute sind weniger als das, was sie erlitten haben…

Unsere heutige Andacht ist in einer Kirche dort, wo mal der Palast des Kaiphas gestanden hat; dort, wo Jesus gefangen gehalten und geschlagen wurde und wo Petrus ihn verriet. Wir beginnen die Andacht mit Schweigen, weil uns Yad Vashem noch auf der Seele liegt. Die Treppe, auf der Jesus damals ging ist heute noch zu sehen.

Nächste Station ist der Abendmahlssaal, der im Laufe der Geschichte mal Juden,  mal Christen mal Muslimen gehörte. Eine muslimische Gebetsnische ist noch da. Papst Johannes Paul II hat einen Bronze-Ölbaum mit 3 Zweigen gestiftet für drei Weltreligionen, die alle aus einer Wurzel hervorgehen.

Nach einem Zwischenstop in der Dormitio Abbey (von hier soll Maria in den Himmel aufgefahren sein. Warum liegt sie dann noch in der Krypta??) geht’s wieder nach Bethlehem in die Geburtskirche. Achtung! Nicht den Kopf stoßen! Sie präsentiert sich mit schönen Mosaiken und fast fertig renoviert. Der Stern im Boden unter dem Altarraum, zu dem wir nach langem Warten hinabsteigen, markiert den Ort, wo Jesus geboren wurde. Alles in diese Kirche trieft vor orthodoxer Frömmigkeit und es riecht nach Weihrauch.

Johnny Schawan, den Gründer des Begegnungszentrums "beit al liqa“ treffen wir dort zwar nicht wie geplant, aber seine Tochter und Schwiegersohn erzählen uns die Geschichte des Hauses. Wir hören von ihrem Anliegen, dass Menschen durch die Begegnung mit Jesus Frieden finden. Hier hören wir einen Palästinenser sprechen und ich will auch diese Seite verstehen. Was er sagt ist anders, als ich dachte.

Donnerstag, 7. Februar

Spätestens nach der ersten Nacht wissen alle: Diese Unterkunft ist doch s e h r klösterlich. Uns ist das sehr unangenehm, aber die wunderbare Reisegruppe nimmt es weitgehend gelassen. Hoffentlich wird unsere kritische Rückmeldung ans Team des Hauses auch gehört.

Heute morgen lernen wir den  Träger des Gästehauses, Life Gate kennen. Palästinensische Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden oft im Haus versteckt gehalten, und bekommen keine wirkliche Chance auf Integration. Dieses Werk, aufgebaut von einem deutschen ehemaligen CVJM-Sekretär, kümmert sich auf Spendenbasis um diese Kinder. Die Geschichten die wir hören über Vernachlässigung und neuem Leben, über das Miteinander der Nationen und Religionen in diesem christlichen Haus rühren viele von uns.

Am Ölberg trennen sich die Wege: Die nicht so gut zu Fuß sind bleiben unten im Garten Gethsemane, der große Rest genießt die Aussicht vom Berg und aus der Kapelle „Dominus Flevit“ und lässt sich die jüdische Bestattungskultur erklären, bevor sich die Gruppe im Kidrontal wieder vereint. Die Kirche der Nationen erinnert mit ihrem Sternenhimmel und der Dunkelheit eindrücklich an die Angst Jesu zwischen den Ölbäumen.

Eine gute Orientierung in der Stadt bekommen wir auch im Israel-Museum an dem Freiluftmodell der Stadt. Beeindruckend ist die Größe der Tempelanlage. Ein Blick auf die Jesajarolle im Museum macht uns neugierig auf unseren Besuch in Qumran demnächst.

Diesmal gibt es nur ein schnelles Essen in der Kantine und anschließend geht es noch zum Gartengrab. Hört sich nach weitläufigem Park und einem Grab wie aus der Kinderbibel an. Ist es aber nicht. Die "Schädelstätte" Golgatha ist kaum erkennbar (ich hab im Foto etwas nachgeholfen).Wieder einmal stellen wir fest, dass wir viel zu leichtfertig unserer Phantasie glauben und dann enttäuscht werden. In der Andacht geht es darum, dass die Grundlage des Glaubens zwar nicht die Orte sind, aber das historische Ereignis: Jesus war Mensch und ist als Sohn Gottes tatsächlich auferstanden!

Am Abend statten noch einige Banksy, dem Graffitikünstler einen Besuch ab. Auf der Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem und in einem Hotel mit Museum hat er seine Spuren hinterlassen. Gerade letzteres zeigt deutlich die palästinensische Sicht der Dinge. Wir wurden bisher doch sehr pro Israel informiert.

Nach dem Abendessen unternehmen wir mit dem Bus noch eine „Lichterfahrt“ und besuchen eine nagelneue (aber aus historischen Steinen erbaute) Einkaufsmeile, die Menora an der Knesset und einen Aussichtspunkt. Sehr schön!

Mittwoch, 6. Februar

Weil wir ja festgestellt haben, dass wir gerne laufen, beginnen wir den Tag mit einem Spaziergang durch die Altstadt zur Verkündigungsbasilika. Vorher natürlich noch mal durchzählen - gar nicht so einfach :-).

Wir erfahren, dass die Menschen hier früher in Höhlen, "Grotten" gelebt haben. Da muss man seine Kinderbibelphantasie etwas umstellen, aber dann kann man fast Maria und den Engel in der Grotte sehen.

Wir verlassen Galiläa und fahren mit dem Bus am Jordan entlang gen Süden. Es geht durch die "umstrittenen Gebiete" im Westjordanland. In den 1,5 Stunden unterwegs erfahren wir viel über die erstaunliche Geschichte Israels. Von den Jordaniern wurde dieses Gebiet für die Palästinenser erobert. Aber die wollten dort keinen Staat errichten. Hier, und auch in den Autonomiegebieten (z.B. Jericho, in das wir später kommen) fällt es ihnen noch heute schwer, eine staatliche Infrastruktur zu schaffen. Die Straßen bauen die Israelis. Wir fragen uns, wie wohl ein Palästinenser diese Geschichte erzählen würde. Bald werden wir Gelegenheit haben, einen zu fragen...

Diese ganze Strecke ist Jesus zu Fuß gegangen, wenn er nach Jerusalem wollte - oder zu seiner Taufe. In der Andacht erzählt Christoph Harder, wie sich Jesus in der Schlange der zu Taufenden bei Johannes anstellt. Da sehen wir: Er ist ein Mensch wie wir und in der Taufe sagt Gott auch zu uns: Du bist mein geliebtes Kind! - Schlammig ist der Jordan und ziemlich schmal. Die Taufgewänder für unseren Taufgottesdienst im Sommer am Badesee in Lahde lasse ich mir aber nicht andrehen. Das wäre den Konfis sicher peinlich...

Zum Essen in Jericho führt uns Nora in ein von Christen betriebenes Restaurant. Die Atmosphäre ist "beduinisch" und das Esse ist Entertainment. "Upside down" heißt das Gericht und so wird die riesige Schüssel erst einmal fachgerecht gestürzt. Zum Nachtisch wir rhythmische Lifemusik geboten. Aber keine Angst, so schnell tanzen Ostwestfalen nicht! Klatschen muss reichen.

Unsere Teilnehmerin mit Rollator überrascht uns immer wieder. Aber wen wundert das, sind wir doch im Heiligen Land! Jedenfalls ersteigt sie wie selbstverständlich den Aussichtspunkt auf den Wadi Kelt und das Georgskloster. - Die Wüste! So viel Nichts ist irgendwie beeindruckend und ein guter Ort für ein Kloster.

Weil die Wanderung im Wadi leider ausfallen musste, fahren wir noch zu den Hirtenfeldern bei Bethlehem. Auch hier eine Hirtengrotte statt Hütten. Irgendwie komisch, jetzt ein Weihnachtslied zu singen, aber in Bethlehem ist immer Weihnachten.

Unser großartiger Busfahrer fährt uns nicht nur sicher durch die Haarnadelkurven der Wüste, sondern auch seelenruhig durch den chaotischen Innensstadtverkehr von Bethlehem. Sehr gespannt sind wir auf die Unterkunft für die nächsten Nächte. Ein ehemaliges Kloster ist nun das Gästehaus "Life Gate Gardens". Ein schönes Gebäude in einem schönen Garten erwartet uns. Leider sind die Zimmer etwas klösterlich. Aber wir sind die einzige Gruppe und im Foyer lässt sich prima Wein trinken - und Postkarten schreiben ...

Dienstag, 5. Februar

Heute ist der Jesus-Tag. Bei schönstem Sommerwetter wandern wir am Morgen durch das Taubental - dort, wo Jesus auch langkam auf dem Weg von Nazaret zum See. Wir staunen über das frische Grün, die herrlichen Blumen und den Sommerduft. Leider kehren nicht alle trockenen Fußes von der Wanderung zurück :-)

Auf dem Berg der Seligpreisungen gibt es wieder eine Andacht. Weiter unten am See gibt es Gedenkstätten für die Brotvermehrung und Jesu Auftrag an Petrus, als sie sich nach der Auferstehung wiedersehen: Weide meine Lämmer! Im Souvenirshop werden die ersten schwach,  nicht ahnend, das dies ein richtiger Einkaufstaug werden würde.

Zunächst kehren wir zum Mittagessen in einem wunderbaren katholischen Gästehaus direkt am  See ein. Natürlich gibt es "Petrusfisch". Auch den Klippdachsen gefällt dieser Ort. Die nächste Station ist Kapernaum, eigentlich "Kaff von Nahum", vielleicht so ein Kaff wie Bierde? Mit ziemlicher historischer Sicherheit kann man hier das Haus des Petrus verorten, in dem ja Jesus häufig zu Gast war. Die Fundamente einer acheckigen Basilika überdecken seine Grundmauern. Das Konkurrenzgebäude neben an, eine Synagoge, ist viel imposanter. Aber irgendwann wurde alles durch ein Erdbeben dem Boden gleichgemacht...

Wegen des starken Windes fahren wir auf die Ostseite des Sees, um von dort eine Bootstour zu starten. Auf dem relativ großen Boot lassen sich die Wellen gut ertragen und wir genießen den fantastischen Blick auf die Golanhöhen. Anschließende empfiehlt uns Nora ein Geschäft mit Produkten aus Olivenöl. Interessante Sachen können wir ausprobieren - da können sich die zu beschenkenden Angehörigen daheim schon freuen :-).

Da wir noch Kraftreserven haben folgen wir gern einer spontanen Idee der Reiseleiterin Nora, eine Weinprobe zu machen. Eigentlich ist es eher eine Likörprobe. Drei kleine Gläschen bekommen wir mit heiter vorgetragenen Infos zum dazügehörigen Kibbuz serviert und stocken anschließend unser Mitbringselfundus noch einmal auf.

Alles, was im Laufe des Tages verloren gegangen ist, wurde schließlich wiedergefunden und nachdem wir uns durch das Verkehrschaos gewuselt haben erreichen wir müde und glücklich das reichhaltige Buffet zum Abendessen.

Montag, 4. Februar

In aller Frühe - so fühlt es sich jedenfalls an - machen wir uns auf nach Cäsarea Maritima um die Bauwut Herodes des Großen zu bestaunen: Theater, Hippodrom, Aquädukt und ein gewaltiger Hafen - alles was man braucht, um eine repräsentative Hauptstadt zu bauen. Hier also wurde Paulus mehrere Jahre bei Herodes' Nachfolgern festgehalten und hat die Herrschenden mit seinen Gesprächen ins Nachdenken gebracht. Immerhin hat er eine schöne Aussicht gehabt. Wir hören auch, dass Herodes wahrscheinlich nicht der Kindermörder war, als der er in der Weihnachtsgeschichte dargestellt wird. Haben wir im Kindergottesdienst was Falsches erzählt?? Im Heiligen Land gibt es nicht nur Glaubensstärkung, sondern auch Verunsicherung. 

Weiter geht's die Küste entlang auf den Berg Karmel. Schön grün ist es hier, nach dem Regen, der zum Glück vor unserer Reise niedergegangen ist. Von dort oben haben wir einen herrlichen Ausbilck auf die Megiddoebene und stellen uns vor, wie viele Schlachten hier stattgefunden haben. Das Standbild zeigt Elia beim niedermetzeln der Baalspriester nachdem er Gottes Macht eindrücklich bewiesen hat. Sozusagen Elias "Dschihad". Ob es so klug ist, in diesem Land so ein Bild aufzustellen? In der Andacht in der dortigen Kapelle weist Christoph Harder jedenfalls darauf hin, dass Gott nach dem Karmel-Erlebnis dem Elia in einem leisen Säuseln begegnet,  nicht im Getöse von Erdbeben, Wind oder Feuer. Ist das eine leise Kritik an Elias Gewalttat? Hier oben leben jedenfalls viele Drusen als religiöse Minderheit in Israel in friedlicher Religionsfreiheit, ebenso wie die Bahai, deren Gärten wir nur von oben bei einem Fotostopp in Haifa fotografieren. Eine erstaunliche Toleranz herrscht in diesem religiösen Land, in dem ja auch viele arabisch-muslimische Bürger leben.

Die letzte Station ist Akko, Kreuzfahrerhauptstadt, in der wir die ausgegrabenen Hallen derselben besichtigen, nachdem wir in der schönen Altstadt lecker zu Mittag gegessen haben. Der frischgepresste Saft verschiedener Früchte, den man an der Straße bekommt schmeckt ausgezeichnet. Es ist Erntezeit.

Das Hotel, das wir nun für 2 Nächte in Nazareth beziehen, weiß auch anspruchsvolle Gäste zu überzeugen. Und wieder bieten die zimmereigenen Balkone eine schöne Aussicht. Kommt noch jemand mit? Nora, die Reiseleiterin, hat in ihrem herrlich engagiertem Sächsisch die Bars der Altstadt empfohlen ...

Sonntag, 3. Februar

1.30 Uhr starten wir in Bierde und dann geht's über Spradow nach Frankfurt. Die Autobahn ist fast leer und der Busfahrer hat unterwegs sogar bordeigenen Kaffee für uns! Gut, dass wir genug Zeit eingeplant haben. Am Terminal geht es nicht ganz ohne Schwierigkeiten, die sich aber lösen lassen. Ein bisschen einschüchternd ist die Befragung durch das Sicherheitspersonal.

Nach 4 Stunden Flug sind wir in TelAviv und erleben gerade noch den Sonnenuntergang. Unsere Reiseleiterin, die uns mit dem Bus erwartet, macht einen sehr netten und kompetenten Eindruck. Durch den Berufsverkehr von TelAviv geht's zu unserem Hotel in Netanya. Aus dem Zimmerfenster schauen wir direkt auf den Strand und die Uferpromenade. Nach dem leckeren Abendessen lassen es sich einige nicht nehmen, wenigestens die Zehen ins Wasser zu stecken.

Die Stimmung in der Gruppe ist gut, aber wir sind alle so groggy, dass wir ohne die geplante "Kennenlernrunde" ins Bett gehen. Morgen klingelt der Wecker um 6.30 Uhr! ...

Freitag, 1. Februar

Seit ein paar Tagen steht fest, wer unsere Reiseleiterin sein wird. Hier könnt ihr sie kennenlernen: nora-strunz.de

Dienstag, 29. Januar

Die Aufregung steigt. Der letzte Infobrief ist rausgegangen. Die ersten fangen an zu packen!

Am Sonntag um 1.30 Uhr fahren wir hier in Bierde ab und wenn ich genug Zeit dazu finde, wird es hier dann täglich Einträge geben für alle, die unsere Reise mit verfolgen wollen.

Warum Israel?

Eine Einladung zur Gemeindefreizeit.

Der Reiseverlauf

Das werden wir alles zu sehen bekommen.

Galerie

Bilder meiner Inforeise im Januar 2018.

Infos zur Reise

Infos und Möglichkeit zur Anmeldung.