Wochenspruch:

  

 

Wem viel gegeben ist, beidem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

 

(Lukasevangelium Kapitel 12, Vers 48)


Was macht eigentlich das Wasserprojekt?


 

Im vergangenen Jahr berichteten wir Ihnen an dieser Stelle das letzte Mal über den Fortgang des Wasserprojekts „Wasser für alle“, den unsere Kirchengemeinde zusammen mit dem Kirchenkreis im Partnerkirchenkreis Kaskasini in Nordtansania unterstützt. Seitdem ist einiges passiert, von dem wir hier berichten wollen:

 

Zwar hat das Projekt das ehrgeizige Ziel, dass möglichst in allen größeren Dörfern des Kirchenkreises Kaskasini am Ende sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht, aber der Weg dorthin ist lang und benötigt viel Mithilfe auch der einheimischen Bevölkerung. Die Menschen vor Ort sollen sowohl selbst mithelfen, wenn es um Renovieren oder Neuanlage von Staubecken und Wasserleitungen geht, als auch ein allgemeines Bewusstsein für Schutz und Instandhaltung dieser wichtigen Grundversorgung der Dorfgemeinschaft entwickeln.  Im Dorf Shume (Partnergemeinde der Kirchengemeinde Friedewalde) hat man nun angefangen: Es soll eine in den Usambarabergen oberhalb des Dorfes gelegene Quelle in einem Staubecken gestaut werden und das Wasser in einer 2km langen Wasserleitung ins Dorf geführt werden. Von dort soll es in kleinere Entnahmestellen verteilt werden.

 

Ein für das Projekt angestellter tansanischer Wasserbauingenieur hat den Bauplatz vermessen, Baupläne und –anträge entworfen und eingereicht. Ganz praktische Dinge sind schon geschehen: So haben freiwillige Helfer aus Shume in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Wasser-Komitee z.B. Steine für den Bau des Staudammes gesammelt, ein Büro wurde eingerichtet, erste Aufträge an Handwerker wurden vergeben, Buchhalter, Lagerverwalter und auch Wächter für die Baustelle bestimmt.  Der Bau des Staudammes ist bereits abgeschlossen. Unerwartet felsige Bodenbeschaffenheit hat dazu geführt, dass die Arbeiten schwieriger und langwieriger waren, als geplant. Jeder Bauherr weiß, dass durch solche immer auftretenden Schwierigkeiten leicht eine Kostenkalkulation ins Wanken geraten kann. Da braucht es Mut und Kraft, das gesteckte Ziel nicht aus den Augen zu verlieren oder „den Kopf in den Sand zu stecken“. Der Wasserbauingenieur macht seine Arbeit gut und legte den tansanischen und deutschen Projektpartnern bereits einen Bericht über den Fortgang und Kalkulationen der nächsten Bauabschnitte vor. Nun muss auf allen Seiten gut überlegt werden, wie das Bauziel weiter verfolgt werden kann, ohne dass die Kosten den Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten nicht sprengen. Für März und Juni 2014 sind der Bau der Wasserleitung und der Wassertanks geplant.

 

Außerdem werden im März in Shume Workshops für die Bevölkerung durchgeführt, in der Mitarbeiter einer tansanischen Universität ihr Wissen über Wasser, Wassersauberkeit, Unterhaltung von Wasserversorgungssystemen u.ä. weitergeben.

 

Sowohl die Kirchengemeinde Friedewalde als Partnergemeinde, als auch der Kirchenkreis Minden (über den Tansania-Ausschuss) haben bisher zusammen mehrere tausend Euro für den ersten Bauabschnitt zur Verfügung gestellt. Auch beantragte Gelder bei deutschen Entwicklungshilfeorganisationen konnten dem Projekt zufließen. Selbst die Menschen in Shume haben eine nicht unwesentliche Summe selbst aufgebracht, was insbesondere bei den sehr beschränkten finanziellen Mitteln vor Ort bemerkenswert ist.

 

Hier in Minden begleitet der Tansania-Ausschuss die Projektarbeiten. Viele Sitzungen sind wesentlich von Beratungen und Informationsaustausch über den Fortgang der Arbeiten geprägt. Aus unserer Kirchengemeinde nehmen weiterhin Ulla Hölscher und Anne Ruth Rohlfing an den Sitzungen teil und können interessierten Gemeindegliedern auch weitere Informationen geben. Um die Arbeitskreissitzungen zu entlasten und die Sammlung und Weiterleitung von Spendengeldern für das Projekt zu erleichtern wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet. Er trägt des Namen des Projekts „Masi Kwa Woshe – Wasser für Alle“ und sowohl Einzelpersonen, als auch Gemeinden können hier zu geringen Beiträgen Mitglied werden. Informationen dazu folgen.   Im vergangenen Jahr wurden für das Projekt in beiden Bezirken rund 1300 € gegeben, auch in diesem Jahr werden wir in unseren Gottesdiensten wieder Kollekten für das Wasserprojekt zusammenlegen.

 

Auch daneben ist jedes Interesse, jede Beteiligung oder jede Spende für dieses wichtige Unternehmen sehr willkommen. Für uns selbstverständlich, zu jeder Zeit sauberes Wasser aus dem Wasserhahn im Haus zu bekommen – für viele Menschen auf der Welt ein überlebenswichtiges Ziel: Wasser für alle! Ich wünsche mir, dass wir nicht vergessen, wie reich wir gesegnet sind und unser Herz und unsere Hand offen bleiben für andere!

 

Anne Ruth Rohlfing

 

 


„Safe Water for Kaskasini!“


Was ist denn das: „Sicheres Wasser für Kaskasini“?


Unsere beiden Pfarrbezirke haben in einem gemeinsamen Entwicklungshilfeprojekt ihren Horizont bis nach Afrika erweitert: Wir unterstützen das Wasserprojekt des Kirchenkreises Minden mit seinem Partnerkirchenkreis Kaskasini in Tansania. Was hat es nun auf sich mit „Safe Water for Kaskasini“?


In den verschiedenen Dörfern unseres Partnerkirchenkreises, der in den fruchtbaren Usambarabergen in Nordtansania liegt, gibt es ein Wasserproblem. Nein – es gibt dort genug Wasser, und dennoch ist das Wasser des täglichen Gebrauchs oftmals „gefährliches Wasser“, von krankheitserregenden Keimen verseucht.


Das kommt daher, dass das reichlich vorhandene Wasser durch ein sehr marodes Wasserleitungssystem in die Dörfer geführt wird, daher unterwegs viel verloren geht bzw. an Einspeisungs- oder Abnahmestellen verunreinigt wird. Mancherorts holen Frauen und Kinder daher über weite Distanzen Wasser aus Flüssen, die jedoch ebenso keine Garantie für keimfreies Wasser bieten.


Deshalb will sich unser Kirchenkreis in einem sorgsam durchdachten Projekt dafür einsetzen, dass alte Wasserversorgungssysteme renoviert, bzw. neue aufgebaut werden. Anders, als jahrzehntelang Entwicklungshilfepraxis, setzt man heute auf das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Daher ist es auch bei diesem Projekt wichtig, dass die Einheimischen die Sorge für die Trinkwasserversorgung von Anfang an selbst in die Hand nehmen. Dazu werden Studien vor Ort durchgeführt, um die gesellschaftlichen, aber auch geographischen Verhältnisse gut kennenzulernen.

 

Parallel zur konkreten finanziellen und technischen Hilfe sollen die Einheimischen angeleitet werden, Wasserleitungssystem selbst zu renovieren und zu warten. Im Fokus des Projektes steht aber noch viel mehr: Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitspflege werden ebenso in Bezug auf die Qualitätskontrolle des Wassers ausgebildet, wie Lehrkräfte zur Beachtung der Hygiene- und Wassererziehung angeleitet werden sollen. Selbst das traditionelle Wassergeld wird in die Überlegungen des Projekts einbezogen.

 

Uns erscheint dieser Prozess, der sich über mehrere Jahre hinziehen wird, vielleicht lang. Auch fragen wir uns: Was wird das kosten? Wer soll das finanzieren?
Schnelle Erfolge wären verlockender – warum also nicht einfach westliches Know-How und Geld zügig einsetzen für die dringenden Bedürfnisse in Tansania? Nein – wollen wir dazu helfen, dass auch in 20, 30 oder 60 Jahren noch sicheres Wasser aus den Brunnen der Dörfer in Kaskasini fließt, müssen wir geduldiger sein. Die Uhren ticken anders in Afrika!

 

Wir unterstützen dieses Projekt, indem wir freie Kollekten in den Pfarrbezirken für das Wasserprojekt bestimmen. Es sind bisher fast 2000,- € gesammelt worden. Darüber hinaus informieren wir uns regelmäßig über den Fortschritt des Projekts beim „Tansania-Ausschuss“ des Kirchenkreises, der das Projekt in Minden koordiniert.

 

Aber nicht nur mit unserem Geld wollen wir unterstützen – es ist uns wichtig, dass wir das Thema Wasser in unserer Gemeinde bekannt machen. Nicht nur der Blick auf die schwierige Situation in Tansania ist da zu werfen (Stellwände in beiden Gemeindeteilen!), sondern vielmehr geht es darum, dass wir uns wieder bewusst werden, wie lebensnotwendig die Ressource Wasser ist, wie reich wir hier in Deutschland damit gesegnet sind und wie oft verantwortungslos oder gedankenlos wir damit umgehen. Dazu erarbeitet unser kleiner Kreis im Moment Material, mit dem wir in verschiedenen Gemeindegruppen im zweiten Halbjahr 2012 unterwegs sein wollen.

 

Weitere Informationen bei

Ulla Hölscher (Tel.: 05702-850475 oder ulla.hoelscher(at)gmx(dot)de) oder

Anne Ruth Rohlfing (Tel.: 05702-801399).


Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lahde

 

Pfarrbezirk Lahde

Hans-Hermann Hölscher, Pfarrer
An der Kirche 1
32469 Petershagen-Lahde
Tel.: 05702-850470
Fax: 05702-850471
E-Mail:
hoelscher(at)kirchengemeinde-lahde(dot)de

Gemeindebüro:
Heidi Rzaczek
Nienburger Straße 8
32469 Petershagen-Lahde
dienstags 11.00 - 12.00 Uhr
donnerstags 17.00 - 18.00 Uhr
Tel.: 05702-839195
Fax: 05702-839197
E-Mail: buero(at)kirchengemeinde-lahde(dot)de

Jugendreferent:

Matthias Garrelts

Nienburger Straße 8

32469 Petershagen-Lahde

Tel.: 05702-8904731

E-Mail: garrelts(at)kirchengemeinde-lahde(dot)de

 

Friedhofsverwaltung:
Andrea Schwier-Pahnke
Nienburger Straße 8
32469 Petershagen-Lahde
dienstags 17.00 - 18.00 Uhr
mittwochs 11.00 - 12.00 Uhr
Tel.: 05702-8908958
Fax: 05702-839197
E-Mail

friedhof(at)kirchengemeinde-lahde(dot)de